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Wenn Präsidentin Hillary Clinton die geheimen Dossiers über die Besuche von Aliens öffnen ließe, wüsste Präsident Donald Trump, wo man eine Mauer bauen muss, damit endlich der Aliens-Tourismus ein Ende hat. Zumindest so lange, bis wir uns nicht mehr als der kaputte Haufen präsentieren, der uns tagtäglich aus den Medien entgegenzappelt, man möchte schließlich einen guten Eindruck machen, vor allem bei Gästen, die von der langen Reise sicherlich müde sind… Vermutlich regen wir uns unnötig auf und es gab gar keine Besuche, weil es keine Besucher gibt oder weil ihnen die Erde unattraktiv, wie eine von viel zu vielen Pinocchios fix und fertige, todtraurige Fee mit den blauen Haaren erschienen ist.
Der …burger wird nicht fröhlich und unkonzentriert vertilgt wie das andere Fast Food. Er fordert Unterweisung in seine rituelle Einverleibung. Den Leib des Laibchens im Leib — der …burger hat Bedeutung. Und sogar einen religiösen Beigeschmack: Der …burger wird weniger verkauft als gespendet, in einer Communio von, wie sie vielleicht selbst behaupten würden, Würdigen und Wissenden, aus denen er Würgende und Büßende macht. Die Verabreichung des Wappentiers als Laibchen verschafft diesen, wie dem verschlungenen selbst, tiefen Unfrieden, aber gründliche Reinigung. Im Ignoranten weckt er spontan eine unstillbare Sucht nach Erleuchtung. Mozart kann als Kugel eingenommen werden, der gesamte …burgische Komplex nun als faschiertes Laibchen. In diesem Konzentrat verbindet sich dank großer historischer Trägheit die Masse des Untergegangenen mit der des Bleibenden. Ist es ein Wunder, dass aus dem Faschierten Faschismus entstand? Das ist offenbar nicht nur phonetisch ein kurzer Weg.
Scheinbar zusammenhanglose Selbst- und Beziehungskundgaben können etwa Bekräftigungen eines Vorwurfs an den Gesprächspartner sein, der jedoch niemals ausgesprochen wird. Kommunikation enthält als Komponente auch immer den stillen Monolog des Einzelnen, von dem die Übrigen nichts wissen können. Eine Frau hat zum Beispiel den Verdacht, dass ihr Mann sie betrügt. Sie spricht diesen Vorwurf nicht aus, aber aus allen ihren Reaktionen, wenn er ihr mitteilt, er müsse noch länger arbeiten oder hätte einen Geschäftstermin, klingt Missbilligung, die sich der Mann aus seinem unmittelbaren Verhalten nicht erklären kann. Eine Professorin ist der Meinung, eine ihrer Studentinnen ließe sich von Kollegen die Hausaufgaben schreiben. Sie hat keine Beweise und stellt sie auch nicht zur Rede, doch sie lässt die Studentin ihr Misstrauen mehrfach durch kleine, stichelnde Bemerkungen spüren. Die Studentin hat keine Erklärung für das Verhalten der Professorin, zumal deren Verdächtigung unberechtigt ist. Wäre sie es nicht, könnte es sein, dass die Studentin solche Misstöne auch wahrnimmt, wenn sie gar nicht vorhanden sind.
Wer heute die Strukturen und Angebote des Alpentourismus betrachtet, bedenkt vielleicht gar nicht mehr, dass die Basis für diesen Breitentourismus nicht durch die relativ vereinzelten Sommerfrische-Hotels für Vermögende, sondern durch die Privatzimmer in Dörfern und Höfen gelegt worden ist. (…) Die künstlerische Ausstattung einer Schule für angehende Tourismusfachleute weist daher auf dessen Wurzeln zurück, wenn sie den Schriftzug “Zimmer frei” zu ihrem Kernmotiv macht. Ästhetisch selbstbewusst nach außen und nach vorne in die Zukunft gewandt, ist das Motiv gleichzeitig (im wahrsten Sinn des Wortes) überragendes Zeichen für Tradition und Kontinuität. Es vereint somit sinnbildlich klar die wesentlichen Komponenten, die den Erfolg des Tourismus in der Region …. ausmachen. Die Gestaltung der Flure und des Eingangsbereichs beruht auf einem einfachen, ruhigen Farbkonzept, während das Treppenhaus mit seiner iterativen und vielfältigen, aber insgesamt sehr dekorativ harmonischen Motivgestaltung Dynamik, Energie und Kontinuität ausstrahlt. Auch hier die ambivalente Ausrichtung der Einzelmotive, die einerseits wie technisch-utopische Nanoroboter, andererseits wie urtümliche Wurzelwesen wirken.
Die Performance “DIE GLORREICHEN SIEBEN” von (Künstler) im (Veranstaltungsort) führt uns die vollendete Kehrtwendung geschlechtlicher Rollenverteilung vor. Sieben nackte Männer widmen sich leidenschaftlich einer der weiblichsten Pflichten, dem Putzen. Aller Masken entkleidet, erscheinen sie, wie sie sind und erlauben uns so, die vollkommene Harmonie zwischen dem männlichen Charakter und der Tätigkeit des Schrubbens zu studieren.

Die Männerherrschaft hat ausgedient, so will es die Zukunft und hämmert uns die Gehirne medial bereits zurecht. Keine glorreichen Sieben mehr, die das Dorf von Räubern reinigen und denen die Frauen, die das Haus sauber halten, mit feuchten Augen hinterherschauen. Die Geschlechterrollen wandeln sich. Es sind jetzt die Frauen, die aus dem Dorf reiten, während der Mann den Besen entdeckt, der schon seit Jahrhunderten für ihn bereitsteht.

Gegenstand der Verwandlung sind Menschen, unter wechselnden Perspektiven. Einer sozialen Perspektive, wenn anlässlich der (Anlass) in (Ort) auf einer etwas verwahrlosten Plattenbaufassade das flächige Alter Ego von “Daniel”, einem bebrillten Angestellten, mit seinem Drehstuhl Platz nimmt. Daniel ist, genauso wie Harald, Golda, Ines, Alina, Holger, Robert und Henna, um nur einige zu nennen, ein Mensch, wie man sie allerorten findet und beachtet oder nicht beachtet oder wieder vergisst, verdeckt und verschluckt vom Räderwerk unserer Stadt- und Lebenssysteme. Ihr Wiederauftauchen in den bröckelnden, im Schatten oder Umbruch befindlichen Winkeln unserer Zivilisation macht uns Hoffnung, dass es hier noch Leben gibt, auch wenn es sich vielleicht nur in der Straße geirrt hat.
In diesem Zusammenhang wurde auch oft das Paradoxon vom Regimentsbarbier zitiert, der ausschließlich jene Soldaten des Regiments rasiert, die sich nicht selbst rasieren. Wer rasiert nun den Barbier? Nicht der Babier, denn der rasiert gerade sich selbst; und nicht er selbst, denn er wird ja gerade vom Regimentsbarbier rasiert.

Es ist nicht so einfach, dem Paradoxon zu entkommen, und Sie werden unschwer erkennen, dass wir (oder der Barbier) ein ähnliches Problem haben wie Bertrand Russell mit seiner Menge aller Mengen, die sich nicht selbst als Element enthalten. Was wir tun müssen, um dem Barbier zu helfen, ist klar: wir müssen zusätzliche Axiome bilden, Regeln bzw. präzisierende Definitionen, die die Paradoxie auflösen. Wir sagen also:

Vom Barbier rasiert zu werden heißt, still zu sitzen und nichts zu tun; jemand anderen zu rasieren heißt, sich nicht selbst zu rasieren; und sich selbst zu rasieren heißt, nicht vom Barbier rasiert zu werden.

Nun können wir schon genauer sagen, wer hier wen rasiert:
Der Barbier sitzt nicht untätig still, also wird er nicht vom Barbier rasiert; er rasiert sich selbst, also rasiert er gerade niemand anderen; und er rasiert sich selbst, folglich wird er nicht vom Barbier rasiert.

Zwischen Lehrenden und Studierenden entsteht Spannung aus unterschiedlicher Erfahrung und Kompetenz, aber auch durch die individuelle Einstellung zum jeweiligen Gegenstand, die Erwartung und Neugierde. Wir gehen davon aus, dass diese Spannung durch die gemeinsame Arbeit in der Plattform für alle Teilnehmenden produktiv nutzbar gemacht werden kann. Ein weiterer produktiver Faktor: Wenn die Plattform im ursprünglichen Sinn, zur Bearbeitung eines spezifischen Forschungsanliegens, verwendet wird, lernen die Studierenden den Umgang mit Material und spezifischen Rechercheumständen unter realen Bedingungen kennen – auch die Möglichkeit des Scheiterns. Gerade dann erweist sich die Verzahnung von Materialinput und Kommunikation, die den Workflow der Plattform kennzeichnet, als entscheidendes Merkmal des Konzepts, weil es eine gemeinsame Reflexion über Bedingungen und Ursachen ermöglicht.