Umso, zu, mehr, als dass

Die fast leere Königsschatulle bereitet den Parlamentariern umso mehr Sorgen, als dass manche Immobilie der Queen baufällig ist.

Richtig ist:

Die fast leere königliche Schatulle bereitet den Parlamentariern umso mehr Sorgen, als so manche Immobilie der Queen baufällig ist.

Die Schatulle der Königin “Königsschatulle” zu nennen, dafür gibt es genau besehen keinen Grund. Das ist aber nicht das Thema dieses Beispiels. Es geht um die Kombination “Umso mehr — als dass”. Dabei wurden nämlich zwei unterschiedliche Aussagekonstruktionen miteinander vermischt, die beide ihre besondere Aufgabe haben.
Beiden gemeinsam ist aber, dass es um das Vergleichen und um Relationen geht.

1. UMSO MEHR, ALS / UMSO WENIGER, ALS

Die Parlamentarier machen sich Sorgen wegen des Etats der Königin. Nehmen wir an, die Gründe dafür wären, dass die Kosten der Haushaltsführung ständig steigen, die Einkünfte aber stagnieren. Diese Faktoren verstärken einander, doch schon jeder einzelne verursacht einen Teil der Sorgen. Und es gibt einen Umstand, der die Sorgen noch vergrößert: Die Bauten der Queen sind sanierungsbedürftig. Jeder, der selbst auch nur ein einziges Haus hat, weiß, was das für die Finanzen bedeutet. Mit “umso mehr, als” wird hervorgehoben, dass die Sorgen insgesamt einen gewissen Umfang haben, der um das Maß, in dem die Häuser baufällig sind, noch größer wird:

 

Umso mehr — als. *Als dass* ist hier falsch.

Umgekehrt kann mit “umso weniger, als” ausgedrückt werden, dass der dabei genannte Umstand entscheidend dazu beiträgt, eine bestimmte Größe deutlich zu verringern — also z.B. Finanzsorgen, wenn keine Kosten für die Häusersanierung anfallen:

Umso weniger — als. *Als dass* ist hier falsch.

Die Betonung liegt bei dieser Art der Formulierung darauf, dass ein Ganzes durch einen seiner Teile signifikant vergrößert oder verkleinert wird.

2. ZU VIEL / ZU SEHR / ZU WENIG, ALS DASS / UM ZU

Hier geht es um ein bestimmtes Maß, das überschritten oder nicht erreicht wird, und eine negative Konsequenz daraus. Etwas ist zu wenig oder zu viel, und das hat eine Konsequenz: Etwas muss geschehen oder ausbleiben. Bei dieser Art der Formulierung liegt die Betonung nicht auf dem Ganzen, sondern auf dem Mangel oder Überschuss und deren jeweiliger Folge.

Grammatisch gibt es dabei zwei Varianten. Welche verwendet wird, hängt davon ab, ob sich das Subjekt des Satzes im zweiten Teil — dem Nebensatz, der die Konsequenz beschreibt — ändert oder nicht:

2a. Das Subjekt ändert sich: “als dass”
Beispiele:

  • Er spricht zu schlecht Spanisch, als dass ich ihm diese Aufgabe anvertrauen dürfte.
  • Sie liebt ihn zu sehr, als dass es ihr gleichgültig wäre, wie er in sein Verderben rennt.
  • Es war noch zu dunkel, als dass der Feind hätte angreifen können.

2b. Das Subjekt bleibt gleich: “um zu”
Beispiele:

  • Er hatte schon zu viel gesehen, um nicht zu ahnen, wie es enden würde.
  • Sie hatte zu viel investiert, um jetzt aufzugeben.
  • Es stank nicht genug, um eine Anzeige zu rechtfertigen.

Siehe auch: Nicht kompliziert genug?