Wer will sie von wem?

Zu Agamemnons Beuteanteil aus einem der Kämpfe gehörte Chryseïs … Von ihrer Schönheit war Agamemnon so gefesselt, dass er sich weigerte, sie von ihrem Vater loskaufen zu lassen.

richtig z.B.: Von ihrer Schönheit war Agamemnon so gefesselt, dass er die Bitte ihres Vaters abschlug, sie gegen ein Lösegeld freizulassen.

Angesichts des Begehrens des Agamemnon ist unverständlich, warum er nicht zugelassen haben sollte, dem Vater von Chryseïs einen Preis dafür anzubieten, dass er sie in der Gewalt des mykenischen Königs belässt. “Jemanden von jemandem loskaufen” ist zwar eine archaische, aber nach zuverlässigen Berichten auch heute noch vielfach geübte Transaktion. Es sei denn, das “von” zeigte etwas anderes an, nämlich den Initiator einer Handlung, nicht ihren Ausgangs- oder Angriffspunkt. Es genügt, das missverständliche “von” gegen ein “durch” zu tauschen, dann wird die Aussage klar: Chryseïs’ Vater hätte gerne ein Lösegeld für sie gezahlt, doch König Agamemnon weigerte sich, es anzunehmen, weil er Chryseïs behalten wollte.